Wir haben 10 Fragen an unsere Landratskandidat*innen gestellt!
Bis zum 08.09.24 werden wir auf dieser Seite ihre Antworten täglich veröffentlichen.
Leider kam unsere Anfrage bei der SPD Kandidatin, Ulrike Tammen, nicht im ersten Anlauf an.
Am Ende fehlte die Zeit, um unsere Fragen im einzelnen zu beantworten.
Aus diesem Grund findet ihr von Tammen ein gesamtes Statement zum Klimaschutz im Kreis Diepholz.
"Ich setze mich für Klimaschutz, der alle mitnimmt, ein.
Schon jetzt erzeugen Windkraftanlagen in unserem Landkreis größere Strommengen, als wir verbrauchen.
Der Klimawandel ist vor allem für uns in Norddeutschland eine große Herausforderung. Klimafolgen abzumildern, Treibhausgase zu reduzieren und die globale Erwärmung zu bremsen - das sind auch für uns existenzielle Fragen.
Deswegen sind wir in unserem Landkreis Diepholz Vorreiter bei erneuerbaren Energien. Neben Windkraft und Photovoltaik ist insbesondere die Wiedervernässung der Moore der Schlüssel zur Klimaneutralität in unserer Region.
Mir geht es dabei aber auch um die
gerechte Verteilung von Kosten und Nutzen im Rahmen des Klimaschutzes, um sicherzustellen, dass niemand durch den Wandel benachteiligt wird, sondern alle schlussendlich von den positiven Effekten profitieren können."
Statement von Ulrike Tammen, SPD Diepholz
1. Wie bewerten Sie den aktuellen Stand im Klimaschutz in unserer Region
und welche Herausforderungen sehen Sie?
Volker Meyer, CDU Diepholz :
"Das Thema Natur- und Klimaschutz war bereits immer im Fokus der Kreispolitik. So wurde bereits in den 1990er Jahren bei der AWG eine Restabfallbehandlungsanlage mit einem mechanisch biologischen Behandlungsverfahren, das Kompostwerk und eine Trockenvergärungsanlage in Betrieb genommen.
Bei der Sanierung von Gebäuden wurden immer wieder Heizungsanlagen installiert, die mit regenerativen Energien betrieben werden können, wie z. B. durch Nutzung von Fernwärme aus Biogasanlagen oder Pelletheizungen. Die Moorentwicklung stand ebenfalls immer wieder im Fokus von Maßnahmen, wie z. B. der Wiedervernässung des Barver Moores mit rd. 140 ha, so dass der Landkreis gute Voraussetzungen hat, um durch weitere umfassende Klimaschutzmaßnahmen langfristig die CO-2 Neutralität zu erreichen.
Auch hat sich der Landkreis Diepholz mit seinen Städten, Gemeinden und Samtgemeinden schon seit Jahren mit erneuerbaren Energien befasst. Einen guten Überblick über die vielfältigen Maßnahmen des Landkreises findet sich in der strukturierten Ist Analyse der Fokusberatung und den dazugehörigen Steckbriefen sowie deren Weiterentwicklung im Klimaschutzkonzept unter folgendem Link:
https://www.diepholz.de/Klimaschutzkonzept".
Kristine Helmerichs, Grüne Diepholz:
"Ich bin stolz auf die Fortschritte, die unsere Region im Bereich Klimaschutz gemacht hat, gerade beim Schutz des für die CO2 Speicherung so wichtigen Moors hat der Landkreis Fortschritte gemacht.
Zukünftig wird es neben der der Reduzierung der CO2- Emissionen immer wichtiger werden sich mit der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels zu beschäftigen."
2. Welche konkreten Maßnahmen planen Sie zur Reduzierung der CO2-Emissionen in unserem Landkreis?
Kristine Helmerichs, Grüne Diepholz:
"Ich würde planen, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken, erneuerbare Energien zu fördern und Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden zu verbessern."
Volker Meyer, CDU Diepholz :
"Der Landkreis Diepholz hat sich gerade ein Klimaschutzkonzept gegeben und dieses mit vielerlei Maßnahmen versehen, um die Klimaziele möglichst zu erreichen. Die vom Kreistag beschlossenen Maßnahmen sind umzusetzen, daran ist die Verwaltung gebunden. Daneben wurden bereits eine Vielzahl an begleitenden Maßnahmen auf den Weg gebracht, um neben dem Landkreis auch weitere Beiträge zur Erreichung der Klimaziele zu generieren.
Da ist das Solarkataster des Landkreises was aufzeigt, dass wir noch hohe ungenutzte Potentiale auf den Dächern für Photovoltaik haben. Bei dem Thema ist auch an das Konzept für die Nutzung der Freiflächenphotovoltaik im Landkreis zu betrachten und auch der sich in Vorbereitung befindliche Teilregionalplan Windkraft.
Mit der Wiedervernässung der Moore werden wir einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten. Dieses Themenfeld hat bei mir schon immer einen besonderen Stellenwert, weil wir in der Stiftung Naturschutz des Landkreises hier eine jahrzehntelange Erfahrung haben. Wir machen schon lange, was andere jetzt für sich entdecken. Und es erfüllt mich schon immer mit Freude, dass ich unserer Stiftung schon relativ lange vorstehen darf und diesen Weg begleiten kann.
Wichtig ist mir bei allem, was wir für das Klima jetzt schon tun, aber auch noch in Zukunft machen werden, dass wir dieses in einem großen Konsens angehen und dabei nicht die Interessen einzelner, wie Flächeneigentümer, Nachbarn oder andere Betroffene übergehen, sondern diese Prozesse mit ihnen gestalten.
Zwei kleine Beispiele möchte ich dazu nennen. Es kommt für mich nicht in Betracht, für den Moor- oder Naturschutz andere zu enteignen. Es gibt Lösungen über den Flächentausch und die Flurbereinigung, wo konsensuale Lösungen in der Vergangenheit immer gefunden wurden. Sicher macht das mehr Arbeit, aber es nimmt auch alle mit.
Ein weiterer Punkt, es kann nicht ein Erreichen der Klimaziele „um jeden Preis“ geben. Die Transformation hin zu mehr Klimaneutralität muss für alle (!) Beteiligten leistbar sein und darf sie nicht überfordern. Das gilt für den Landkreis wie für jeden Privaten aber auch die Wirtschaft. Ohne eine funktionierende und prosperierende Wirtschaft werden wir schlicht nicht die finanziellen Mittel haben, all das zu schaffen, was noch vor uns liegt.
Ich werde dafür stehen, dass der Prozess konsequent vorangetrieben wird und gleichzeitig niemand überfordert wird."
3. Wie stehen Sie zur Förderung erneuerbarer Energien?
Welche Projekte möchten Sie unterstützen?
Volker Meyer, CDU Diepholz :
"Meine Schwerpunkte liegen bei der sukzessiven Umsetzung des vom Kreistag beschlossenen Klimaschutzkonzeptes und der Wiedervernässung von Moorflächen. In diesen Bereichen muss sich der Landkreis neben den Fördermöglichkeiten von EU, Bund und Land finanziell engagieren.
Eine zusätzliche Förderung des Landkreises bei den erneuerbaren Energien ist aus meiner Sicht nicht notwendig, zumal wir schon jetzt hier so viel erneuerbare Energien produzieren, dass wir diese schon seit Jahren in andere Regionen liefern.
Durch den weiteren von uns über die gesetzlichen Ziele hinaus geplanten Ausbau von Windenergie und deutlich über den Zielen liegenden Flächenverfügbarkeiten für die Freiflächenphotovoltaik, wird bereits eine hohe Dynamik beim Zubau erneuerbarer Energien ausgelöst."
Kristine Helmerichs, Grüne Diepholz:
"Ich bin ein starker Befürworter erneuerbarer Energien und möchte Projekte unterstützen, die Solarenergie, Windenergie und Wasserkraft nutzen. Besonders würde ich mich über Bürgerenergieanlagen freuen,
denn das schafft Bewusstsein und Akzeptanz bei vielen Menschen."